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von Artenvielfalt und Artensterben

 

Wie viele Tier- und Pflanzenarten auf der Erde leben, kann niemand genau sagen. Eine Studie im Auftrag der UNEP hält 13-14 Millionen unterschiedliche Arten für wahrscheinlich. Bislang wurden weniger als 2 Millionen davon wissenschaftlich erfasst. Viele werden demnach vor ihrem Aussterben nicht einmal entdeckt.


Derzeit stehen (so UNEP) weltweit knapp 15.600 akut bedrohte Arten auf Roten Listen - jedes vierte Säugetier, jeder achte Vogel und jeder dritte Lurch. In Europa ist das Fortbestehen vieler Arten und Lebensräume vergleichsweise noch stärker gefährdet: Nach Informationen der EU Kommission gelten 42% der Säugetierarten, 15% der Vögel, 45% der Schmetterlinge, 30% der Amphibien, 45% der Reptilien und 52% der Süßwasserfische als gefährdet. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken setzt die EU vor allem auf das Natura 2000 Netz.

Ein Faktum kann als gesichert angenommen werden: Noch nie sind so viele Tier- und Pflanzenarten in so kurzer Zeit ausgestorben wie heute. Schätzungen zufolge starb 200 Millionen Jahre lang durchschnittlich jedes Jahr etwa eine Art aus. 1970 hat sich diese Zeitspanne auf einen Tag verkürzt. Katastrophal für die Artenvielfalt seien aber jene Jahre gewesen, die seither vergangen sind, so Georg Schwede, Geschäftsführer der Umweltstiftung WWF laut "nano online". Ein gutes Drittel der biologischen Vielfalt ist allein in den 30 Jahren vor der Jahrtausendwende verloren gegangen. Die Internationale Naturschutz-Union (IUCN) schätzt die momentane Rate der Artvernichtung um den Faktor 1.000 bis 10.000 mal höher, als unter natürlichen Bedingungen ohne menschlichen Einfluss zu erwarten wäre.

Für die Stabilität der weltweiten Ökosysteme ist jedoch Biodiversität eine der Grundvoraussetzungen. Die Ausrottung der Arten, wie sie durch Umweltverschmutzung, Flächenversiegelung und Raubbau hervorgerufen wird, bewirkt die unwiederbringliche genetische Verarmung der Fauna und Flora unseres Planeten. Auch den überlebenden Arten wird durch das Aussterben von Subspecies und Varietäten allmählich jene genetische Vielfalt entzogen, die ihnen in längeren Zeiträumen Anpassung und - letztendlich - Evolution ermöglichen würde.


Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass das Aussterben einer einzelnen Pflanzenart das Aussterben von durchschnittlich 30 Tierarten nach sich zieht. Und das Verschwinden z.B. der südamerikanischen Wanderameise Eciton burchelli kann bis zu 100 Arten an Vögeln, Käfern und Milben ihrer Existenzgrundlage berauben.


Nachhaltiges Biodiversitätsdaten-Management wird somit immer wichtiger.

Es muss national, auf EU-Ebene und weltweit effizient betrieben werden. Zur Unterstützung engagierter WissenschafterInnen und Beamter bedarf es nicht nur des Bewusstseins der Öffentlichkeit sowie der politischen Entscheidungsträger, sondern auch professioneller Werkzeuge.

Das Team von BIOGIS Consulting arbeitet zusammen mit Partnern an und mit diesen Tools. Mehr dazu unter "BioOffice Referenzen".

"Biologische Verbreitungsdaten sind eine der wichtigsten Voraussetzungen für aktive Naturschutzarbeit. Sie geben Aufschluss über den Wert bestimmter Naturräume, dokumentieren Veränderungen im Naturhaushalt und lassen Rückschlüsse auf die aktuelle Gefährdung bestimmter Arten zu ..." -- mehr darüber von Robert Lindner in einem Beitrag für NaturLand Salzburg, 3/2003 (hier zum download als pdf)



In diesem Zusammenhang empfehlen wir auch die Lektüre von drei Artikeln aus "Die Zeit" (c) DIE ZEIT 28.04.2005 Nr.18

  • Die letzte Chance
    Die Biologen entdecken den Wert der Artenvielfalt neu.
  • Die Arche vor dem Untergang
    100 Millionen Tiere haben deutsche Forscher konserviert. Vielen Sammlungen droht das Aus. Dabei dokumentieren ausgestopfte Vögel und Fische in Alkohol die dramatischen Veränderungen von Klima und Umwelt und zeigen so, wie man Lebensräume der Erde retten kann.
  • Vom Nutzen dessen, was da kreucht
    Naturkundemuseen sind Bibliotheken der biologischen Vielfalt. Die Kenntnis der Arten hilft gegen Schmerz, schützt vor Krankheit und deckt Umweltsünden auf.

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Dem Verlust der biologischen Vielfalt in Europa Einhalt gebieten!

Die Europäische Gemeinschaft und der breiter angelegte ‘Umwelt für Europa’-Prozess haben sich das anspruchsvolle Ziel gesteckt, bis 2010 den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. Das 6. Umweltaktionsprogramm der EU "Umwelt 2010: Unsere Zukunft liegt in unserer Hand" legt fest, dass "Struktur und Funktion natürlicher Systeme zu schützen und, soweit erforderlich, wiederherzustellen sind, um dem Verlust an biologischer Vielfalt sowohl in der Europäischen Union als auch weltweit bis 2010 Einhalt zu gebieten".

Die Verwirklichung dieser Ziele erfordert - so ein Briefing der Europäischen Umweltagentur (EUA) - Beobachtung, Information, Bewertung sowie ein besseres Verständnis folgender Aspekte:

  • die kausalen Zusammenhänge zwischen menschlichen Tätigkeiten, den Belastungen, welche sie verursachen, und ihren Auswirkungen auf die Umwelt und die biologische Vielfalt im Besonderen;
  • die Aktionsmöglichkeiten zur Verringerung und Vorbeugung des Verlustes an biologischer Vielfalt;
  • die Auswirkungen und die Wirksamkeit vereinbarter Maßnahmen im Bereich biologische Vielfalt.

Visionäre Zielvorgaben, wie das 2010-Ziel der biologischen Vielfalt für Europa sollen als Anreiz dafür dienen, Umweltmaßnahmen in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken und zu fördern.